Fernöstliche und antike Wahrheitssucher

Zu allen Zeiten gab es Wahrheitssucher, aufrichtige, mitfühlende Menschen, die daran interessiert waren, den Sinn des Lebens zu verstehen und aufbauend im Interesse aller Lebewesen zu wirken. Man findet diese Menschen in allen Berufen und unter allen Völkern. Viele Wahrheitssucher wirkten im kleinen Kreis, und wir wissen daher heute nichts von ihnen. Andere trugen ihre Gedanken in die Öffentlichkeit, besonders begabte schafften es, ihre Gedanken der Nachwelt weiterzugeben. Über einige dieser Menschen, vor allem über jene, deren Leben mir ein Beispiel war, möchte ich in meinem Werk berichten.

Man hat bis in die heutige Zeit behauptet, die Kirche hätte der Welt weiß Gott welche Schätze vermittelt. Ich behaupte, dass hauptsächlich das Gegenteil richtig ist und dass ich das Gegenteil auch nicht beweisen muss. In welche Richtung die Kirche gezogen hat, lässt sich leicht am Höhepunkt ihrer Macht im Mittelalter ablesen, als der Glaube Formen annahm, die selbst für viele Geistliche nicht mehr akzeptabel waren.

Ich halte es für notwendig zu zeigen, dass es bereits lange vor Christus Menschen gegeben hat, die weise gehandelt und Nächstenliebe gelehrt haben. Die Nächstenliebe, die Christus gelehrt, die Kirche aber nur in Nebenrollen vollzogen hat, ist auch voll von Übertreibungen. Während sich ein Tier, wenn es angegriffen wird, natürlich zur Wehr setzt, soll ein Mensch gnädig zuwarten, bis er den nächsten Hieb bekommt. Diese frommen Sprüche, nach welchen man bei einem Schlag auf die eine Wange gleich die nächste in Position bringen soll, haben mehr mit Dummheit als mit Menschlichkeit und Nächstenliebe gemeinsam. In Wahrheit soll der Gläubige auf solche Weise stets für neue Tritte aufnahmebereit bleiben, während die mit dem großen Kopf zuschlagen dürfen, bevor ihnen überhaupt irgendjemand etwas angetan hat. Oder sind die Päpste etwa in das Feld und auf Kreuzzüge ausgezogen, um ihre Wangen hinzuhalten?

Die Bergpredigt, immer wieder zitiert und angeblich etwas vom Feinsten, soll nur »die Armen im Geiste«, jene also, die sich nicht mehr helfen können, in eine jenseitige Welt vertrösten: »Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel«. Die traurig sind, werden in einem Jenseits getröstet, die Sanftmütigen erhalten im Jenseits ein Stück Land, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, werden vor Gott die Gerechtigkeit erfahren. „Freuet euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln.“ Mit einer solchen Philosophie schafft man nur brave Bürger, Schafe, die sich im Irdischen alles gefallen lassen! Es ist sehr zu bezweifeln, dass Christus solchen Schwachsinn von sich gegeben hat.

Es ist an der Zeit, dass in den Schulen endlich Religionsunterricht erteilt wird und nicht Propaganda für die Kirche. Es ist allerhöchste Zeit, dass man die Kinder über Menschen wie Kungfutse, Laotse und Buddha ebenfalls unterrichtet und dass man zeigt, was es bedeutet, den Sinn des Lebens zu suchen und zu verstehen, die Wahrheit zu erkennen, weise zu handeln und tolerant zu sein.

In den folgenden Kapiteln versuche ich, ein Gefühl dafür zu vermitteln, was es heißt, die Wahrheit zu suchen, die Weisheit zu lieben und das Erkennen dem Glauben vorzuziehen. Ich möchte von einem Gespräch zwischen Thales von Milet, dem unermüdlichen Sucher, erzählen, ferner über eine aufschlussreiche Diskussion an der Hochschule in Alexandrien zwischen einem Skeptiker, einem Anhänger Epikurs und einem Freund der Stoa und schließlich über die Wahrheitssucher Kungfutse, Laotse und Buddha.

Als Quelle dienten mir verschiedene Werke, insbesondere aber das sechsunddreißigbändige Geschichtswerk Otto Zierers, der es verstand, Geschichtsdaten in lebendige Bilder zu formen und nicht nur relativ geschichtsgetreu, sondern auch lebendig und menschlich darzustellen.

Ich darf in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Interpretation der Geschichte nicht immer mit den tatsächlichen Geschehnissen überein-stimmen muss. Die Quellen, auf die sich Geschichtsforscher beziehen müssen, können mangelhaft, geschmückt, idealisiert und sogar teilweise oder ganz unrichtig sein. Wir dürfen nicht annehmen, dass alles, was da gedruckt vorgefunden wird, auch einmal so geschehen ist. Auch wenn hier keine bewussten Fälscher am Werke waren, so gibt es doch auch genug andere Möglichkeiten der bewussten und unbewussten Verdrehung.

Wenn da zum Beispiel berichtet wird, dass Laotse auf einem Büffel in die Einsamkeit ritt, so ist der Bericht unschwer als Legende zu erkennen. Wenn aber beispielsweise jemand, der Buddha gehört hat, einen Bericht über seine Lehren verfasst, so kann er Buddha unrichtig verstanden und sich beim Niederschreiben schlecht erinnert haben. Beim Abschreiben des Berichtes durch einen Dritten kann es zu Übertragungsfehlern gekommen sein, außerdem kann der Abschreiber seine eigenen Gedanken einfließen lassen und die Übersetzung in gutem Glauben korrigieren.

Wir wissen alle, wie es kommen kann, dass jemand für tot erklärt wird. Jemand berichtet, dass Herr Meier einen Unfall hatte, der nächste erzählt schon von einem schweren Unfall, der übernächste sieht Herrn Meier bereits auf der Intensivstation, obwohl er sich nur den Fuß gebrochen hat. Und ein besonders eifriger Erzähler will schon gehört haben, dass er gestorben ist.

So schlimm ist es freilich in der Regel mit den geschichtlichen Überlieferungen nicht; ich möchte nur, dass sich der Leser dessen bewusst ist, dass man sich nicht allzu sehr an die gedruckten Worte klammern sollte. Es geht in unserem Fall auch gar nicht so sehr um die inhaltliche Richtigkeit jedes Satzes, sondern vielmehr um den Geist der Menschen, über die berichtet wird.

Wer sich intensiver mit geschichtlichen Überlieferungen befasst, wird entdecken, wie die unterschiedlichen Bücher meist nur sinngemäß etwa dasselbe berichten. So habe ich beispielsweise das Leben Buddhas an Hand mehrerer Bücher verglichen und festgestellt, dass nicht nur abweichend berichtet wird, sondern dass sogar Namen von Personen, Gebieten oder Orten uneinheitlich wiedergegeben werden. So wird für einen Forscher gelegentlich das Herausarbeiten richtiger Schreibweisen mühevoller als das Herausarbeiten der geschichtlichen Daten.


Thales aus Milet

Thales aus Milet lebte in Griechenland, wurde um 625 v.Chr. geboren und starb um 545. Thales war Kaufmann, Seefahrer und Philosoph. Otto Zierer formt aus Geschichts-daten die Begegnung mit Epimenides folgende Darstellung:

Über der Kimmung des Meeres, das sich zwischen Kap Zephyrium und der kleinen Insel Dia dehnt, steigt ein kleines braunes Segel empor, allmählich wird auch der Schiffsrumpf deutlich, ein schwerbäuchiger Kasten, wie ihn Handelsfahrer lieben. Der Schiffer steuert die Landmarke Dia an, hinter der sich die sanfte Bucht von Knossos öffnet.

Der Patron des ankommenden Schiffes ist der Kaufherr Thales aus Milet. Er erledigt die Formalitäten am Hafen, bezahlt den Zoll, erteilt über seine Waren Auskunft und befiehlt dem Schiffsmeister, die Ladung zu löschen. Unbekümmert um die brennende Sonne geht er durch die um diese Stunde menschenleeren Straßen. Sein Besuch gilt dem alten Freunde Epimenides, den er um seiner Weisheit und seiner Kenntnis willen hochschätzt.

Epimenides lebt in einem einfachen Holzhause außerhalb der Stadt, ganz nahe an der sagenumwobenen »Diktäischen Höhle«. Ihn umweht ein Hauch von Geheimnis und Zauberei. Sein lang herabwallendes Gewand, das mit rätselhaften Zeichen bestickt ist, erinnert an orientalische Priester, an chaldäische Magier oder ägyptische Gelehrte.

Nun sitzen sich die beiden Männer in dem etwas düsteren, mit seltsamem Hausrat angefüllten Raum gegenüber. Vor ihnen steht ein großer, trichterförmiger, mit naiven Darstellungen aus der Heldensage bemalter Krug, in dem dunkler Kreterwein mit Wasser vermischt wird. Thales, der auch einen weit verzweigten Handel mit Tonwaren betreibt, stellt sachverständig fest, dass der »Krater« in korinthischer Werkstatt gefertigt ist. Obschon er selbst Töpfereiwaren aus Athen und Milet vertreibt, erkennt er neidlos an, dass die korinthischen Arbeiten immer noch die kunstvolleren sind.

„Es ist lange her“, sagt Thales, „seit wir uns das letzte Mal sahen, denn die Kretafahrt unserer Schiffe ist selten geworden. Der Handel Milets verlagert sich nach Ägypten. Seit König Psammetich dem hellenischen Kaufmann erlaubt hat, im Nildelta die Siedlung Naukratis zu gründen, ist schnell ein Markt von Weltbedeutung entstanden. Wir haben dort ein gemeinsames Heiligtum, das »Hellenion«; Naukratis ist zum Treffpunkt aller Griechenschiffe geworden...“

Epimenides hebt mit lächelnder Abwehr die Hand.

„Lass uns von dem anderen, dem Wesentlichen sprechen, mein Freund! Mir ist es gleich-gültig, ob der hellenische Handel in Naukratis gut oder schlecht ist. Ägypten hat mehr zu geben als Weizen, Öl und Datteln.“

„Gut, lassen wir das...!“

Thales schweigt einen Augenblick, dann spricht er weiter.

„Ich war eine Zeitlang aufmerksamer Zuhörer und Schüler in einer ägyptischen Priester-schule; übrigens nicht als einziger Hellene, ich traf dort den jungen Solon aus Athen... du kennst ihn?“

„Natürlich, ich habe von ihm gehört. Aber sag, was erfuhrst du über den Isis-Kult, über die Geheimnisse der Totenbeschwörung und die heilige, uralte Bilderschrift? Du Glücklicher konntest den dunklen Zauber der Mysterien aus dem Munde der Männer hören, die wie kein Sterblicher die Rätsel der Unterwelt zu lösen wissen!“

Thales ist aufgestanden und tritt in die Öffnung der Tür, durch die das Sonnenlicht in den dunklen Raum flutet.

„Was kümmern mich Mystik und Zauberei! Sieh die Sonne, das Meer, die Bäume und den blauen Himmel, das ist Wirklichkeit und wahres Leben. Was ich von den Priestern wissen wollte, waren allein ihre Kenntnisse in der Rechenkunst, in der Gestirn- und Wetterkunde; Dinge, die für mich als Seemann und Kaufherr von Bedeutung sind.“

Epimenides greift nach einem umgehängten Amulett, als wünsche er die beleidigten Geister der Jenseitswelt zu besänftigen.

„Was für Sorgen du hast, Thales! Dein Herz ist von der Geschäftstüchtigkeit dieser Welt erfüllt, aber um das einzig Wichtige, um das Schicksal deiner Seele, kümmerst du dich nicht. Du hast dich wenig geändert!“

Thales trinkt mit langen Zügen aus der Weinschale.

„Du solltest zur See fahren, Epimenides, und manches würdest du begreifen, was dir in Gesellschaft deiner Götter und Dämonen nicht bewusst wird. Anders sieht die Welt, wer sich in ihr selbst verschließt, als wer ihr Auge in Auge gegenübertritt.

Wenn du tagelang über die blauen Wasser fährst, einer Nuss-Schale ausgeliefert, wenn sich ringsum kein Strand, keine Insel und kein ferner Berggipfel zeigen, dem Auge Halt zu bieten, und du stehst sinnend am Bug des Schiffes, oder stürmische Winde fauchen daher, wühlen die grauen Wogen auf, schwere Wolkenbrüche werfen prasselnden Regen, du hast dich an den Mastbaum geschnallt und stehst - ein einsamer Mensch inmitten des endlosen, grausamen Alls -, dann, mein Freund, steigen andere Gedanken auf als hier auf sicherem Festlande. Du hast Zeit zu grübeln, Natur und Herz drängen dich gleichermaßen dazu. Angesichts des brausenden Meeres habe ich mich oft gefragt: Woher kommt das alles? Dann wieder wanderst du als Kaufmann durch fremde Länder, siehst andere Menschen, hörst Gebete vor den Altären unverständlicher Gottheiten, du stehst vor den riesenhaften Totenmalen vergangener Jahrtausende, den Pyramiden am Nilstrom. Der Hauch der Ferne, der Atem des Totenlandes und der Schrei des Steines nach Dauer berühren dich. Dann drängt sich die andere Frage auf: Was ist das alles Werden und Vergehen, der unentrinnbare Kreislauf, der uns tödlich umschließt? Das ist die Nachdenklichkeit des Seefahrers und Reisenden, lieber Freund, sie ist unterschieden von der des Priesters...“

In den Augen des Epimenides glüht das Feuer des Fanatikers.

„Du fragst nach Dingen, die lange ihre Antwort gefunden haben. Das Rätsel des Woher, des Wohin und der Bestimmung alles Daseins ist gelöst. Du kennst das große Geheimnis, das den Bund der Orphiker vereint; wolltest du nur zu uns kommen, Thales, du brauchtest nicht ferner mühsam zu grübeln, nicht länger nutzlos zu forschen!“

„Grübeln und forschen, ja das will ich!“ erwidert Thales heftig. „Mich befriedigt es nicht, das fertige Wissen von den Priestern und Sehern vorgesetzt zu bekommen: Hier, nimm es an! So und nicht anders ist die Welt! - Nein, wenn ich von Wissen spreche, verstehe ich darunter nur das, was ich selbst erforscht und eingesehen habe, was mich wirklich überzeugt.“

„Nicht jeder kann den langen Pfad zur Erleuchtung gehen, aber um das Geheimnis der mystischen Offenbarung solltest du ringen, Thales, das ist höchster Menschenzweck. Die ewigen Dinge hat uns der thrakische Orpheus enthüllt. Niemand wird mehr erfahren, als ihm die Götter kundtaten...“

Der Kaufherr lächelt ungläubig.

„Von dem niemand genau weiß, ob, wann und wie er gelebt hat!“

„Das sagen unsere Feinde! Orpheus hat gelebt! Hätte er sonst den Bund begründen und seine Lehre hinterlassen können?“

„O nein, mein Freund! Alle diese Mysterien und Zaubereien kommen aus Asien herüber, ich kenne doch die Melodie der babylonischen Magier. Der Adoniskult, die Geheimlehre von Persophone und die Botschaft von Dionysos - all das ist nicht hellenisch, es sind Gedanken der Fremde, die nach dem Herzen unseres Volkes greifen. Im Grunde ist es Dämonenangst, die Furcht vor dem Abgrund des Todes. Homer kannte keine Göttin der Toten mit Namen Hekate, die heute von abergläubischen Leuten verehrt wird. Ich habe ihren Feiern beigewohnt, es waren die gleichen Riten, wie sie auch die Babylonier ihrer düsteren Göttin Labartu weihen.

Sieh dich unter den Lebenden um, du wirst finden, dass überall der Zauber Babylons in ihren Herzen Gewalt gewinnt. Im Frühjahr feiern sie die Anthesterien, die unseren Vorvätern gänzlich unbekannt waren, nach dem Vorbild des babylonischen Alltotenfestes. Zum Schutz gegen Gespenster kauen sie Weißdornblätter und bestreichen die Türpfosten mit Pech. Für die Verstorbenen stellen sie Töpfe mit Sämereien und Erdfrüchten hin und werfen Honigkuchen und Leckereien in die Erdschlünde. Sind dann die Feiern unter Furcht und Schaudern zu Ende, so rufen diese Toren den Seelen der Toten, vor denen sie sich fürchten, zu: »Hinaus, ihr Keren, die Anthesterien sind zu Ende!«„

„In Wahrheit, so ist es“, sagt Epimenides, „aber was willst du dagegen anführen? Ist es nicht wie ein silberner Streif am Himmel, der einen Morgen ankündigt, wenn die Menschen zu fühlen beginnen, dass nicht nur das Schattendasein der Unterwelt unausweichlich vor ihnen steht, sondern dass es Mächte und Kräfte gibt, den Tod zu überwinden und Auferstehung und neues Leben zu gewinnen?“

„Du sprichst von Fühlen, Epimenides, ich rede vom Wissen! Und die Hoffnung? Sie galt stets als Trügerin, die nur von Dingen spricht, die es doch nicht gibt. Nein, Freund, ich werde nicht der Verführung dieser asiatischen Lehren erliegen, ich kann nicht an die Wiederkehr des Adonis, an die Auferstehung Persephones und an den Todüberwinder Dionysos glauben, mich verlangt es nach vernünftiger Erklärung der Welt. Ich erbaue mir die Ordnung der Welt aus dem Wissen.“

Der Priester ist aufgestanden.

„Höre mich an, o Thales! Wenn du fragst: Woher kommt alles? So antwortet dir Orpheus, dass es die Nacht und die gähnende Leere waren, der Drache mit den zwei Köpfen, aus dem das Weltenei geboren wurde.“

„Halt“, unterbricht Thales den Eifernden, „das sind alles verworrene, unbeweisbare Behauptungen. Wer an diese Märchen glaubt, wird über den Urgrund der Dinge nicht ernsthaft nachdenken. Ich will keine Sinnbilder, sondern Erkenntnis. Und deshalb erscheint mir die orphische Geheimlehre eher ein Hindernis für die Forschung als ein Hilfsmittel!“

„Wie aber willst du das Geheimnis der Schöpfung ergründen, du, ein gebundener, dem Zufall unterworfener Mensch? Ja, wenn wir Götter wären, wenn wir olympische Klarheit und Weisheit besäßen! Hast du niemals den Zwiespalt der Menschennatur empfunden? Das sehnsüchtige Aufstreben der Seele und das erdhafte Herabziehen durch die Schwere des Körpers? Sagt dir nicht die Stimme in der eigenen Brust, dass du der Erlösung durch übersinnliche Kräfte bedarfst?

Würdest du ein einziges Mal unsere nächtlichen Dionysosfeiern mit uns teilen, dieses Hinauswachsen und Steigern durch rhythmischen Gesang, Wein und Tanz und Weihrauch! Und dann, wenn sich der Seele Flügel zu regen beginnen, wenn du meinst, der Schwere des Geistes hinüberzutreten, immer aber mit dem unüberwindlichen Bewusst-sein, sterblich zu sein und der Erde verhaftet zu bleiben - das ist Rausch und Erhebung, Höhe und Absturz zugleich!“

„Ich wünsche weder den Rausch noch die Entfesselung. Nüchternheit lernte ich, Mut und Trotz. Mag es nutzlos sein oder nicht, ich erlernte die Geheimnisse der Welt mit klarer Denkkraft. Das verleiht keinen Rausch, aber es behütet auch vor ernüchterndem Hinabsturz, es enttäuscht nicht und führt zu wirklichen Ergebnissen...“

„Indem du die Welt der Schatten verneinst, leugnest du auch das Licht, vermessen stellst du dich gegen das Reich der Dämonen und Götter, ein Wahnsinniger, der den Ewigen gleich sein will!“

Thales lässt sich nicht beirren.

„Lass mich meine Meinung verdeutlichen. Der dumpfen Menge gilt die Verfinsterung der Sonne als schreckvolles Zeichen überirdischer Mächte. Ägyptische Gelehrte aber haben mir gezeigt, aus welchen Ursachen sie entsteht und wie man sie Jahrzehnte vorher vorausberechnen kann. Mit dieser Einsicht hat die Erscheinung jeden Schrecken für mich verloren und ist zu etwas Begreiflichem geworden. Ähnlich scheint es mir mit vielen, wenn nicht mit allen Geheimnissen des Daseins zu sein. Man müsste das All erforschen, erklären, beherrschen, und die Welt wäre einfacher, natürlicher und von der Furcht befreit. Götter und Halbgötter, die Homer und Hesiod so kindlich mit menschlichen Eigenschaften ausgestattet haben, setzen meinem ewig fragenden Verstande keine Grenze. Ich muss wissen und erkennen, sonst finde ich keine Ruhe.“

„Und wozu?“ ruft Epimenides. „Was steht am Ende deines Weges? Welcher Gott wartet auf dich, wenn du aus dem Dasein in den Abgrund der Unterwelt hinabstürzest?“

„Kein Gott und kein Dämon erwarten mich, Freund. Es ist die selbstlose Liebe zur Weisheit, die Philosophie, die mich vorantreibt...“


Eine Diskussion in Alexandria

Unter dem Namen Archimedes, »dem Erzgrübler« ist uns ein Mann überliefert, der im dritten Jahrhundert vor Christi Geburt in Griechenland lebte und als Mathematiker und Physiker lehrte. Er fand u. a. die Berechnung der Quadratwurzel, löste kubische Gleichungen, fand die Gesetze des Schwerpunktes, der schiefen Ebene, des Hebels und des Auftriebs. Er baute Brennspiegel und Wurfmaschinen, mechanische Bewässerungsanlagen und Flaschenzüge. Als er erkannte, welche Kräfte sein Flaschenzug entwickeln konnte, soll er von seiner Entdeckung so begeistert gewesen sein, dass er den Ausspruch „Gebt mir einen festen Standpunkt, und ich will die Erde aus ihren Angeln heben!“ gemacht haben soll.

Bei der Untersuchung eines schwierigen Rechtsfalles kam ihm eine weitreichende Einsicht: Der Goldschmied des Königs Hieron stand im Verdacht, bei der Anfertigung einer Krone nicht alles ausgehändigte Gold verwendet, sondern durch Beimischung von Silber wohl das Gewicht erhalten, aber das Metall verschlechtert zu haben. Archimedes sagte sich: wenn wirklich Silber, das leichter ist als Gold, beigemischt worden ist, dann muss bei gleichem Gewicht der Rauminhalt der Krone größer sein, als wenn sie aus reinem Golde bestünde. Wie aber sollte man diesen Rauminhalt der verzierten und verschnörkelten Krone messen?

Lange grübelte er über das Problem. Eines Tages stieg er zum Baden in die bis zum Rand gefüllte Wanne - da brachte ihn das überlaufende Wasser auf die Lösung des Rätsels.

Um den strittigen Fall zu klären, brauchte man nur einen gleichen Barren Gold, wie ihn der Goldschmied erhalten hatte, in ein volles Gefäß mit Wasser zu legen und das über-laufende Wasser zu messen. Wenn man dann das Experiment mit der Krone wiederholte, so würde - vorausgesetzt, dass dem Schmuckstück Silber beigemischt war - mehr Wasser überlaufen müssen als bei dem Goldbarren. Was Archimedes vermutet hatte, trat ein, und der Betrüger wurde entlarvt.

Otto Zierer erzählt, wie Archimedes nach Alexandria reist und den Leiter der Bibliothek und Akademie, Eratosthenes von Kyrene kennen lernt. Die Schüler und Lehrer des Museion nennen ihn nach dem zweiten Buchstaben des griechischen Alphabets verehrungsvoll »Herr Beta«. Sie wollen damit sagen, dass Eratosthenes würdig sei, nach den Geistheroen Homer, Heraklit, Platon und Aristoteles an zweiter Stelle genannt zu werden.

Eratosthenes beherrscht alle Zweige der Wissenschaft, und Archimedes, der sich fast ausschließlich mit Mathematik und Physik befasst, bewundert den großen Mann um dieser Vielseitigkeit willen. Der Leiter des Museion hat ein bedeutendes Werk über die alte Komödie verfasst und die Mathematik des Euklid weitergeführt; er hat die Formeln für die Würfelverdoppelung und die unteilbaren Zahlen entdeckt und die Neigung der Ekliptik berechnet. Seine geographisch-astronomischen Forschungen grenzen ans Wunderbare. Um die Erdkugel zu messen, hat er eine Expedition nach dem nilaufwärts gelegenen, 5 000 Stadien entfernten Syene geführt. Durch Festlegung des Zenitwinkels bei gleichem Sonnenstand ist ihm das Ungeheure gelungen: Durch den gemessenen Gradbogen-unterschied zwischen Alexandria und Syene errechnete er den Umfang des Erdballs mit 252 000 Stadien!

Als Archimedes in Begleitung von Eratosthenes zum ersten Mal die Bibliothek betritt, ist er überwältigt von der Größe und der Pracht der Hallen und Säle. Der Schein der eben angezündeten Lampen beleuchtet die reich geschnitzten Decken und spiegelt sich in dem blanken Marmor der Säulen. Unübersehbar ist die Fülle der Holzgerüste, auf denen Hunderttausende von Papyrusrollen in Buchbehältern aufbewahrt werden. „Wir rühmen uns, ausnahmslos alle Schriften zu besitzen, die in der bewohnten Welt geschrieben worden sind!“ erklärt Eratosthenes seinem Gast.

Am Abend vor der Heimreise des Archimedes führt Eratosthenes den Gast auf den Dachgarten des Museion. Dort erwarten die angesehensten Gelehrten der Hohen Schule den Syrakusaner zu einem Abschiedsmahl. Auch der zufällig anwesende Chrysippos aus Soloi, der seit dem Tode des Kleanthes die stoische Schule von Athen leitet, ist zu dem Fest geladen.

Nach der ausgezeichneten Speisenfolge, die von der jahrtausendealten Kochkunst der Ägypter zeugt, wendet sich das Gespräch an der Tafel einer Grundfrage der Philosophie, dem Problem der Lebensführung, zu.

Ephialtes, einer der Philosophen des Museion, ein Anhänger der Lehre Epikurs, verteidigt leidenschaftlich den sinnvollen, dankbaren Genuss der Dinge, die der Tag beschert.

„Nach der Überlieferung unserer Schule“, berichtet er, „hat Epikur zu Athen von Zeit zu Zeit seine Freunde im Park zu schönen Festen versammelt. Er liebte den Wein, das Lied, die lydischen Tänzerinnen, den Frühling und die Schönheit der attischen Landschaft. Die Lust sei das höchste Gut, sagte Epikur, aber sie bestehe nicht in der Befriedigung niederer Begierden, sondern in der Befreiung der Seele von Schmerz, Furcht und Unbeherrschtheit und in der Bejahung und Hinnahme des Natürlichen, so wie es sich in der Wahrnehmung dem Geiste darbiete.“

Chrysippos nickt dem Gelehrten zu. „Auch wir Stoiker lehren die Beherrschtheit und das gleichmütige Jasagen zu dem, was das Schicksal verhängt. Die Einsicht, dass das Schicksal vorherbestimmt ist, und ein auf Vernunft gegründetes tugendhaftes Leben sind die Früchte, die das philosophische Nachdenken über den Sinn des Lebens gewährt.“

„Nach einem Wort des Meisters“, fährt der Epikuräer fort, „schenkt die Philosophie ihren Jüngern unwiderlegbare Gewissheit und in dieser Gewissheit auch das Glück.“

„Diese Fähigkeit ist keinem unter den Menschen gegeben“, widerspricht Epimenides, einer der Lehrer des Museion. „Pyrrhon von Elis lehrt, dass gerade die Überzeugung von der Unmöglichkeit letztgültiger Erkenntnis Voraussetzung für das wahre Glück sei. Es gebe nur eine Wahrscheinlichkeit, aber keine Gewissheit.“

Leidenschaftlich verteidigt Ephialtes die Gültigkeit der epikuräischen Auffassung.

„Warum sollte Epikurs Weg nicht mit Sicherheit zur Glückseligkeit führen? Sein System ist lückenlos: die Logik führt den Geist zur sicheren Erkenntnis der Welt und ihrer Zusammenhänge - sie entschleiert ihm die Natur in ihrer methodischen und nüchternen Ordnung. Die geistige Durchdringung und Klärung aller natürlichen Zusammenhänge beseitigt erst die Schrecken des Aberglaubens, die Lebensangst und die Unruhe des ewigen Zweifels. Der Mensch, der erkannt hat, dass die Welt nicht von Göttern und Dämonen geschaffen wurde, sondern das Werk gesetzmäßig wirkender Kräfte und Stoffe ist, wer dem Rate Epikurs folgt und sich Demokrits Lehre zu eigen macht, dass alles Seiende aus dem verschiedenartigen Gefüge letzter und unteilbar kleiner Stoffteile - der Atome - zustande gekommen ist, für den ist jedes Rätsel gelöst.

Nur das Grübeln schafft die Unruhe der Seele, der Einsichtige wird niemals un-glücklich sein. Er wird das Leben lustvoll genießen.“

Als Chrysippos Einwände macht und der epikuräischen Daseinsfreude das Prinzip der Tugend als das einzig Wahre und Erstrebenswerte gegenüberstellt, hebt Ephialtes mit versöhnendem Lächeln seine Weinschale gegen den Gast aus Tarsus.

„Verstehe mich recht, Chrysippos: Epikur hat nichts mit der Schule des Aristippos von Kyrene gemein, die leichtfertig lehrt: körperliche Lust - Essen, Trinken, Feste feiern und Genießen - sei der Zweck eines klug verbrachten Lebens, da nach dem Tode alles ungewiss sei! Epikur meint den feinen, geistigen Genuss, die ausgeglichene Ruhe der Seele und des Gemüts, in der alles Leid und alle Schmerzen überwunden werden.“

Die ruhige, leidenschaftslose Stimme des Epimenides unterbricht den Sprecher.

„Ich bin der Meinung“ sagt er, „dass eben die Grundthesen des epikuräischen und des stoischen Systems anfechtbar sind. Pyrrhon von Elis, der das System der skeptischen Philosophie aufstellte, stimmt zwar mit Epikur überein, dass Glückseligkeit das Lebensziel sei, aber er stellt nicht die sichere Erkenntnis der Welt und ihrer Zusammenhänge als Bedingung vor dieses Ziel; ich wiederhole: es gibt keine absolute Gewissheit. Ich habe immer Bedenken, wenn durch die Vernunft erschlossene Urteile als unanfechtbar bezeichnet werden. Man sollte bescheidener sein und von keinem Ding etwas mit dem Anspruch des Unumstößlichen aussagen. Weil wir Menschen, unsere Vernunft und unsere Sinne dem Irrtum unterworfen sind, muss jede Behauptung mit »vielleicht« oder »so scheint es« beginnen.“

Eratosthenes, der, wie alle Griechen, den geistvollen, manchmal durch einen Scherz aufgelockerten Redekampf liebt, wendet sich an Epimenides.

„Nun, Verehrtester, wenn ich zum Beispiel feststelle, dass dein weises Haupt kahl wie eine der Modellkugeln im Saal der Mathematik ist, so kann ich diese Tatsache wohl ohne Einschränkung und ohne ein »Vielleicht« behaupten! Oder etwa nicht?“

Gelächter klingt auf, nur das Gesicht des Skeptikers bleibt unbewegt.

„Ich bezweifle auch das“, erwidert er, „es hat zwar den Anschein, als ob ich keine Haare hätte, wer aber darf es als unumstößliche Gewissheit behaupten? Jeder sieht nur das, was ihm seine Sinnesorgane vorspiegeln, jeder ist in der Unzulänglichkeit des Irdischen gefangen. Auch bei Anwendung der besten Instrumente und Hilfsmittel geht unsere Erkenntnis zuletzt doch immer auf den Gebrauch der fünf Sinne - also auf fünf Unsicherheiten - zurück. Timon von Phleion, ein Schüler des großen Pyrrhon, sagt: drei Fragen stehen am Anfang alles Suchens nach Erkenntnis. Erstens: Wie sind die Dinge? Zweitens: Wie verhalten wir uns zu ihnen? Drittens: Welche Folgen ergeben sich aus unserem Verhalten? Er hat auch die Antworten erteilt: Zur ersten Frage. Alle Dinge sind unbeständig und ungewiss; zur zweiten Frage: Wir dürfen unseren Wahrnehmungen und Vorstellungen nicht trauen; und zur dritten Frage: Weil rings um uns ein Ozean von Unsicherheit, Schwanken, Wechsel, Ungewissheit ist, soll sich die Seele auf sich selbst besinnen, nach der inneren Stille streben und das Glück der Nichtentscheidung, der Ergebung, erringen!“

„Damit würde jedes wissenschaftliche Forschen sinnlos werden“ wendet Archimedes ein. „Alles Suchen nach absoluter Wahrheit, besonders auf dem Gebiet der physikalischen, mathematischen, astronomischen, medizinischen und juristischen Wissenschaft wäre von vornherein zum Scheitern verurteilt. Und ich glaube doch, sagen zu können, dass die hellenische Wissenschaft seit Aristoteles ganz beachtliche Fortschritte erzielt und sich große Verdienste um die Menschheit erworben hat!“

„Das ist zu bezweifeln“, ruft Epimenides über die Tafel, „das ist sehr zu bezweifeln! Sind die Menschen glücklicher, ruhiger, friedlicher oder besser geworden? Brauchen sie nicht mehr zu sterben, führen sie nicht mehr Krieg?“

„Du bezweifelst alles!“ sagt Archimedes mit erhobener Stimme, in der nun auch die Erregung schwingt. „Aber ich, Archimedes aus Syrakus, erwidere dir: Wir haben der Menschheit vorangeholfen! Seit Herophilos hier an meiner Seite, unser großer Arzt, eine neue Heilmethode für Augenkrankheiten gefunden hat, ist vielen Menschen das Augen-licht erhalten geblieben, und sie sind glücklicher, als wenn sie das Schicksal der Erblindung getroffen hätte! Seit Eratosthenes seine Körperinhaltsformeln gefunden hat, brauchen die ägyptischen Beamten nicht mehr Scheffel für Scheffel auszuschöpfen, wenn sie die Menge des eingelagerten Weizens eines Dorfes feststellen wollen. Durch Messen von Höhe und Grundflächenumfang des gefüllten Kornspeichers ist mühelos der Inhalt zu errechnen. Seit ich das Gesetz der Gewichtsverhältnisse der Körper entdeckt habe, ist es möglich, von jedem Steinblock - und wäre er noch so umfangreich - das genaue Gewicht aus dem Inhalt zu errechnen; das gibt den Brückenbauern, den Baumeistern der Tempel und Häuser Sicherheit in ihren statischen Berechnungen. Man hat es nicht mehr nötig, alle Schub- und Druckkräfte mit vielfacher Übersicherung aufzufangen, man kann vorausberechnen, wie stark Tragmauer, Tragsäule oder Gewölbestütze sein müssen, um dem Druck und Schub der auflagernden Massen gewachsen zu sein. Das sind nur ein paar Beispiele dafür, was die Wissenschaft für das Wohl der Menschheit geleistet hat!“

„Du hast meinen eigentlichen Einwand nicht widerlegt, Archimedes“, beharrt Epimenides. „Ich frage erneut: Ist die Menschheit insgesamt glücklicher, größer, besser geworden durch die unbedeutenden Zufallserfindungen, die du überheblich Erkenntnisse nennst? Im Gegenteil, mir will scheinen, dass die Menschen immer mehr den festen Grund unter den Füßen verlieren, dass sie lebenshungriger, haltloser, grausamer geworden sind! Die exakte Wissenschaft kann die Menschen nicht glücklich machen, sie tastet sich wie ein Blinder auf einer Straße voran, die zu keinem Ziele führt!“

Widerspruch wird ringsum laut, nur Chrysippos stimmt dem Skeptiker zu.

„Vollkommenheit ist nur den Göttern gegeben. Unser Dasein vollzieht sich nach Gesetzen, die wir nie erkennen werden, alles ist vorausbestimmt. Vielleicht ist der Tag nicht mehr fern, an dem das große Weltenfeuer entzündet wird, das alles Dasein vernichtet.“

„O Hellas“, ruft Archimedes mit spöttischer Verzweiflung, „wohin bist du geraten!? In welchem Chaos endet deine Gedankenwelt? Zweifler und Schicksalsergebene geben uns die Ziele, nach denen wir streben sollen! Wenn die Griechenwelt diesen Pfad wandert, dann wird Hellas zugrunde gehen, dann ist es an der Zeit, dass eine jüngere, kraftvolle Nation das Feuer neu entfacht, das bei den Griechen erloschen ist.“

Eratosthenes tritt an den Weinkrater und füllt die Schale des Syrakusaners bis an den Rand.

„Trink, Archimedes, und nimm die Dinge nicht schwerer, als sie sind. Noch ist es nicht soweit, noch strömen die alten Quellen des Platon und Aristoteles. Und auch diejenigen unter uns, die gleich Pyrrhon von Elis und seiner skeptischen Schule nichts für untrüglich erachten, sind Bahnbrecher für neue Gedanken, denn sie wagen es, trotz aller Unsicherheit weiterzuarbeiten, entsagungsvoll zu forschen, und wenn auch nicht die Wahrheit, so doch ein hohes Maß von Wahrscheinlichkeit zu erringen.“