Viele Menschen berichten von persönlichen Erlebnissen, die sie als Beeinflussung durch jenseitige Wesen interpretieren. Diese Erfahrungen können sehr real und bedeutsam sein. Menschen können unsichtbare Wesen fühlen, hören oder sehen und Vorgänge erleben, die logisch nicht erklärbar sind. In vielen Kulturen glaubt man, dass verstorbene Ahnen die Lebenden beschützen, beraten oder auch bestrafen können. In spiritistischen Sitzungen versuchen Jenseitige, den Teilnehmenden die Existenz Gottes und höherer Geister, die Schöpfung und den Sinn und Zweck des Lebens zu erklären. Überall auf der Welt kommt es vor, dass Angehörigen der bevorstehende Tod eines geliebten Menschen vorausgesagt wird. Sensible Menschen berichten von Begegnungen mit Verstorbenen, um ihnen zu zeigen, dass sie nicht wirklich tot sind. Manche Verstorbene können sich nicht von ihren Besitztümern trennen und machen sich als Poltergeister bemerkbar.
Ich möchte, weil es auch ein Hinweis auf ein mögliches Weiterleben nach unserem irdischen Abschied ist, auf den Ahnenkult hinweisen, der in vielen Kulturen der Welt, besonders in Asien, Afrika und bei indigenen Gemeinschaften, verbreitet ist.
Die Ahnenverehrung geht davon aus, dass die Seelen der Verstorbenen weiterhin Einfluss auf das Leben der Lebenden haben und als Mittler zwischen der menschlichen und der göttlichen Welt fungieren können. Die Verehrung umfasst oft Rituale wie Gebete, Opfergaben und Zeremonien, um die Ahnen zu besänftigen, ihren Segen zu erbitten oder ihre Führung zu suchen. In einigen Kulturen, wie im chinesischen Konfuzianismus, spielt die Ahnenverehrung eine zentrale Rolle in der Familienstruktur und dient der Aufrechterhaltung familiärer Bindungen und moralischer Werte. In afrikanischen Traditionen ist die Ahnenverehrung oft mit dem Glauben an die fortwährende Präsenz der Ahnen im täglichen Leben verbunden. Ahnenverehrung stärkt nicht nur den Zusammenhalt innerhalb von Familien und Gemeinschaften, sondern spiegelt auch den Glauben an die Kontinuität des Lebens über den Tod hinaus wider. Sie ist Ausdruck von Respekt, Dankbarkeit und der Überzeugung, dass die Toten einen wichtigen Platz im Leben der Lebenden einnehmen.
Der Ahnenkult - die Verehrung und das Gedenken an verstorbene Vorfahren - hat auch in Europa eine lange und vielfältige Geschichte. Germanen und Kelten verehrten ihre Ahnen als Beschützer und Mittler zwischen der Welt der Menschen und der Welt der Götter. In der griechischen und römischen Kultur wurden die Ahnen durch Opfergaben, Gebete und Rituale geehrt. Mit der Christianisierung Europas wurden viele vorchristliche Ahnenkulte entweder verdrängt oder in christliche Traditionen integriert. So werden an Allerheiligen und Allerseelen die Gräber besucht und mit Kerzen und Blumen geschmückt. Auch die Verehrung von Heiligen kann als eine Form des Ahnenkultes betrachtet werden, da diese oft als Mittler zwischen den Menschen und Gott angesehen werden.
Es gibt viele Berichte über Erscheinungen im Zusammenhang mit dem Tod eines geliebten Menschen. Das Medium Manou Gardner berichtet von Menschen, die eine tiefe persönliche Begegnung mit einem Verstorbenen hatten. Ich bringe einen Auszug aus dem Kapitel „Begegnung mit der verstorbenen Großmutter“:
„In Göteborg lebte Emma, eine junge Frau, deren Herz voller Trauer und Sehnsucht nach ihrer verstorbenen Großmutter war. Emma war bei ihrer Großmutter aufgewachsen, nachdem ihre Eltern früh verstorben waren. Diese besondere Frau war nicht nur Emmas Familienmitglied, sondern auch ihre beste Freundin, Lehrerin und die Quelle unzähliger glücklicher Erinnerungen. Sie teilten alles miteinander – von ruhigen Nachmittagen in der Küche, wo der Duft von frischgebackenem Kuchen die Luft erfüllte, bis hin zu langen Spaziergängen entlang der Hafenkante, wo sie Geschichten und Träume austauschten. Als ihre Großmutter verstarb, fühlte Emma eine Leere, die mit nichts zu füllen war. Sie vermisste die wärmenden Umarmungen, die lebensklugen Ratschläge und vor allem die bedingungslose Liebe, die ihre Großmutter ihr entgegen brachte.
In einer dunklen und kalten Winternacht wurde Emma von etwas Undefinierbarem geweckt. Als sie die Augen öffnete und die Gestalt ihrer Großmutter am Fußende ihres Bettes erblickte, erschrak sie zunächst. Doch sie sah den liebevollen Blick ihrer Oma, sah die durchscheinende Gestalt und ihre Angst verschwand. Und obwohl die Großmutter kein Wort sprach, wusste Emma warum sie gekommen war.
Es war ein Zeichen der unendlichen Verbundenheit, die über den Tod hinaus bestand. Ihre Großmutter stand dort, umhüllt von einem sanften Licht, mit einem Lächeln, das alle Sorgen und die Trauer in Emmas Herz zu vertreiben schien. In diesem Moment verstand Emma, dass die Liebe, die sie verbunden hatte, niemals verschwinden würde. Die Erscheinung ihrer Großmutter war ein Beweis dafür, dass ihre Seelen für immer miteinander verbunden waren, unabhängig von der physischen Welt. Für Emma wurde diese nächtliche Begegnung zu einem unerschütterlichen Zeichen des Glaubens an ein Leben nach dem Tod und der Gewissheit, dass die Liebe die stärkste Verbindung zwischen den Welten ist.“
Obwohl es wunderbare Erfahrungen mit „verstorbenen“ Angehörigen geben kann, warne ich davor, sich auf jenseitige Wesen einzulassen. Die Wesen, die sich im Irdischen melden können, sind solche, die den Weg in die höheren Sphären noch nicht gefunden haben und manchmal gar nicht merken, dass sie nicht auf der Erde leben. Sie melden sich als Poltergeister, bedrängen Menschen, lassen Stimmen hören und werden immer aufdringlicher, je mehr Aufmerksamkeit man ihnen schenkt. Besonders gefährdet sind Menschen, die in ihrer Kindheit missbraucht oder vernachlässigt wurden und unter psychischen Erkrankungen leiden.
Ich habe langjährige Erfahrung mit Eingebungen in Träumen. In den ersten Jahren meiner Wahrheitssuche empfing ich Träume, die mir Fragen beantworteten, die ich mir selbst gestellt hatte. Mit der Zeit fand ich das angenehm und stellte auch bewusst Fragen. Das Merkwürdigste war, dass ich immer auf die Minute genau zur selben Zeit aufwachte. Wenn ich nicht selbst aufwachte, wurde ich durch ein Geräusch, z.B. ein rufendes Kind, geweckt.
Als ich begann, die Antworten in Frage zu stellen, hatte ich immer wieder - insgesamt vielleicht 50 Mal! - Träume, in denen ich mich außerhalb einer Stadt befand (ich glaube, es war Wien) und versuchte, nach Hause zu kommen. Aber ich irrte immer umher und fand den Weg nach Hause nicht. Nach dem Aufwachen hatte ich das Gefühl, ich befände mich geistig auf dem Irrweg. Aber jetzt kommt die Pointe: Als ich dachte, ich will doch nur die Wahrheit wissen, wurde mir im Traum klar und unmissverständlich mitgeteilt: „Scheiß Wahrheit“. Das war mir nun endgültig zu viel, ich war empört und wollte von solchen Informationen nichts mehr wissen. Man lässt mich jetzt auch in Ruhe.
Warum habe ich mich auf diese langwierige „Kommunikation“ eingelassen? Weil ich herausfinden musste, um welche Art von jenseitigen Wesen es sich handelt, die sich manifestieren, und weil ich Kontakt zu jeden finden wollte, die den Tatsachenbericht verfasst hatten. Ich wollte wissen, wer diese Wesen wirklich waren, die an der Übermittlung der Informationen über Christus beteiligt waren. Aber offensichtlich waren diese Wesen nicht an mir interessiert.
Zu Beginn meiner Suche nach der Wahrheit wollte ich auch herausfinden, ob es möglich wäre, den Kontakt mit jenseitigen Wesen auf elektronischem Wege herzustellen, um den Einfluss des Mediums bei der Informationsübertragung zu vermeiden. Es gab ja schon Computer und alle möglichen elektronischen Bauteile, auf die jenseitige Wesen einwirken könnten. Wenn ihr Einfluss ausreicht, um Menschen Stimmen im Kopf hören zu lassen, auf Gegenstände einzuwirken oder sich sogar teilweise sichtbar zu machen, dann sollte die Beeinflussung empfindlicher elektronischer Bauteile nicht unmöglich sein. Offensichtlich wurden diese Gedanken nicht wahrgenommen, nicht verstanden, nicht kommentiert oder nicht für sinnvoll erachtet.
Sicherlich gibt es Ahnen, die sich um das Wohl der Familie sorgen, sich noch in erdnahen Sphären aufhalten und von den Menschen als Schutzgeister empfunden werden. Auch Menschen mit Nahtoderfahrungen berichten von wichtigen Geistwesen, die ihnen helfen und die Rückkehr zur Erde ermöglichen. Diese Geistwesen sind aber bereits weiter von der Erde entfernt und - so wird berichtet - nur durch eine Art Tunnel zu erreichen.
Ich habe den Eindruck, dass diese „höheren“ und hilfsbereiten Geistwesen auch einmal auf der Erde gelebt haben. Sie scheinen schon zu wissen, worauf es im Leben wirklich ankommt, nämlich auf ein liebevolles Zusammenleben mit allen Lebewesen. Doch auch diese Geistwesen sind noch im Besitz gewisser irdischer Vorstellungen und glauben an Erzengel und andere „höhere“ Geister. So wie auf Erden an eine Unzahl verschiedener Gottheiten geglaubt wird, so scheint es auch im Jenseits zu sein. Menschen, die im irdischen Leben als Katholiken gelebt haben, glauben an Jesus als den Sohn des allmächtigen Gottes, andere an Christus als den wahren Gott. Mischformen aller Art scheint es zu geben. Im Laufe der Zeit ändern sich ihre Vorstellungen, und so ist es verständlich, dass sich jenseitige Gemeinschaften bilden, die die von Kubasek empfangenen und von Woller als Tatsachenbericht veröffentlichten Ansichten für wahr halten.
Ich möchte keinen negativen Eindruck von den Geistwesen im Jenseits hinter-lassen. Menschen mit Nahtoderfahrungen beschreiben wunderschöne Landschaften und liebevolle Geistwesen. Sie sind so beeindruckt, dass sie die Erlebnisse nicht vergessen können und ihr weiteres Leben verändern. Es sind dies aber Erlebnisse, die nichts darüber aussagen, wie das Leben dort längerfristig abläuft. Mir würde es nicht genügen, immer in einem Zustand herrlichster Empfindungen zu verweilen; wenn ich diese Welt verlasse, möchte ich zu Wesen gelangen, die nicht nur glücklich sind und in Liebe miteinander leben, sondern auch Aufgaben und Verantwortung übernehmen und sich bewusst sind, dass geistige Veränderungen in jedem Augenblick stattfinden und auch in die falsche Richtung führen können.
Man muss sich vorstellen, dass diejenigen, die sich in erdnahen Sphären befinden, genau wie wir Menschen Interessen haben. Es gibt auch Psychopathen, die Befriedigung im Leiden eines Menschen finden und ihm einreden, er solle doch über die Brücke springen, weil er ohnehin wertlos und nutzlos sei. Andere machen sich wichtig und freuen sich, wenn das Opfer ihren Aufforderungen folgt. Um nicht in einer geschlossenen Einrichtung zu landen, vermeiden es die Opfer oft, sich anderen Menschen anzuvertrauen.
Man sollte nicht glauben, dass jedem eine bestimmte Anzahl von Schutzgeistern zur Verfügung steht. Es gibt auch keinen Schutzgeist, der einem ins Ohr flüstert, dass man beim Fensterputzen aus dem fünften Stock fallen wird. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber ich kenne nicht viele.
Dieses Kapitel möchte ich mit einem Auszug aus der MDR-Dokumentation „Leben mit Schizophrenie - Anna und die Stimmen im Kopf“ abschließen:
„Spring, Anna, stirb“, befiehlt eine weibliche Stimme, die Anna in ihrem Kopf zu hören bekommt. „Hey, nicht“, meldet sich eine männliche Stimme. Wieder die weibliche Stimme: „Doch, sei tot!“
Anna beschreibt die Vorgänge: „Meistens ist es wirklich so, als ob jemand hinter einem steht und ins Ohr flüstert. Die weibliche ist dominanter, die habe ich häufiger. Bei der männlichen höre ich: Hilf mir, Anna, hilf mir. Oder: Komm doch her. Oder so etwas. Ich habe ihnen Namen gegeben, Eva und Demian, aus meinem Lieblingsbuch von Hermann Hesse. Es ist natürlich eine schwierige Beziehung, würde ich sagen. Gerade bei Eva, die ja sehr negativ ist. Manchmal denke ich mir: Ach, halt doch mal deinen Mund. Ich glaube, ich würde alles dafür bezahlen, damit sie nicht mehr da sind. Wenn man sagt, ich habe braune Haare, dann stimmt das ja auch. Wenn man sagt, ich habe blaue Augen, dann stimmt das ja auch. Ich habe nun mal diese Diagnose und ich leide auch darunter. Ich würde das Wort Leiden auch benutzen, weil es nichts Schönes oder Angenehmes ist. Das Problem ist, dass man selbst nicht weiß, dass man krank ist. Man denkt, alle belügen einen, alle stecken hinter einer Verschwörung oder wollen einem schaden, einen in den Selbstmord treiben. Das ist schon bedrohlich und macht Angst.“
Ausführliche Informationen zum Stimmenhören finden Sie auch in der Arte-Dokumentation „Schizophrenie / Stimmen im Kopf“ erhalten. Der Physiker und Psychologe Dr. Dr. Walter von Lucadou stellt fest: „Das Stimmenhören ist ein sehr verbreitetes Phänomen... und es gibt viel mehr Menschen die Stimmen hören als Menschen, die unter einer Schizophrenie leiden.“ Weiter wird in der Dokumentation ausgeführt: „Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die meisten Stimmenhörer psychisch gesund sind und ein völlig unauffälliges Leben führen. Trotzdem werden Stimmenhörer weiterhin stigmatisiert und nur wenige sprechen daher offen über ihre Erfahrungen...“.
Hildegard von Bingen gab an, ihr gesamtes Heilwissen visionären Stimmen zu verdanken. Jeanne d'Arc, Giordano Bruno, Rainer Maria Rilke, Winston Churchill, Virginia Woolf und Andy Warhol zählen zu den Stimmenhörern.