Um 1971 erwarb ich eine Studie über das vital-ätherische Feld des Menschen mit dem Titel »Die Brücke des Bewusstseins«, erschienen im Adyar-Verlag Graz. Die englische Krankenschwester Phoebe Bendit-Payne, die über eine gewisse außersinnliche Wahr-nehmungsfähigkeit (Hellsehen) verfügte, und ihr Mann, der Arzt Laurence J. Bendit, waren die Verfasser dieser Studie, in der die Vorgänge in der »vital-ätherischen Aura« des Menschen während der Schwangerschaft, der Kindheit und des Erwachsenwerdens, in Gesundheit und Krankheit und beim Sterben beschrieben werden.
Diese Studie faszinierte mich, weil sie nicht auf Glauben, sondern auf wissen-schaftlichen Beobachtungsmethoden beruhte. Sie beschrieb auch die Kraftfelder, die ich seit dem dreitägigen Fasten spürte und beobachtete. Die Summe aller Kraftfelder wird als Aura bezeichnet, die zuvor von W.J. Kilner, dem Konziliararzt des St. Thomas Hospitals in London, beschrieben worden war, der sie mit Hilfe bestimmter chemischer Filter für das Auge gewöhnlicher Menschen wahrnehmbar machen konnte.
In einem Vorwort erklärt Phoebe Bendit-Payne, was sie persönlich unter Hellsehen versteht: „In der physischen Welt kann man vieles durch Beobachtung erfahren, aber daraus folgt durchaus nicht, dass man das Beobachtete auch versteht. Auch wenn man die Fähigkeit des Hellsehens benützt, bedient man sich immer noch einer äußeren Beobachtungsmethode, und man sieht vieles, was man durchaus nicht immer richtig entziffert. Alle solche Schau hat persönlichen Charakter und darf nicht mit geistiger Erleuchtung verwechselt werden. Das Zeugnis der physischen Sinne darf niemals als Beweis endgültiger Wirklichkeit angenommen werden. Jede übersinnliche Wahrnehmung muss durch das Denken des Wahrnehmenden hindurchgehen und wird daher durch dessen Gedankenbilder, intellektuelle Interessen sowie die allgemeine Tönung und Färbung seines Denkens beeinflusst.“
Die Verfasser beschreiben eine Aura, die jedes lebende Wesen umgibt und die gewöhnlicher Sicht verborgen ist. Sie verändere sich je nach dem Zustand von Gesundheit und Krankheit. Die Haut sei nur für den dichtphysischen Körper die äußerste räumliche Begrenzung. Außerhalb derselben gäbe es jedoch eine Ausstrahlungszone, die, obgleich sie feinstofflich und außerhalb des Bereiches der normalen Sehkraft, ja sogar des empfindlichsten photographischen Films läge, nichtsdestoweniger mit dem Körper und seinen Funktionen innig verbunden ist. Erst nach dem Tode verschwinde sie. „Es könnte eingeworfen werden“, meinen die Verfasser „dass es sich dabei um eine so einfache irdische Sache wie die Wärme handle, die vom lebenden Körper ausgestrahlt wird und beim Eintreten der Todeskälte verschwindet. Tatsächlich mag es zutreffen, dass ein Teil mit Wärme in Zusammenhang steht. Aber das würde die Frage unbeantwortet lassen, warum ein Stück heißes Metall dann nicht dieselbe Aura hat wie ein lebender Körper. Überdies würde das auch nicht erklären, warum sich die Umrisse dieser Aura verändern, wenn keine messbare Veränderung in der örtlichen oder allgemeinen Körpertemperatur eintritt.
Im Lichte der modernen Forschungen könnte auch angenommen werden, dass das, was hier sichtbar gemacht wird, einfach ein elektromagnetisches Feld ist, wie es jeder physiologische Vorgang hervorbringt, auch wenn es sich dabei nur um das minimale Potential von wenigen Mikrovolt handelt. Dies liegt der Wirklichkeit gewiss schon näher, da sich diese Potentialdifferenzen als unmittelbar mit seelischen und körperlichen Vorgängen, also mit vitalen Prozessen, verbunden erweisen.
Schließlich haben sich in den letzten Jahrzehnten viele Menschen fähig gezeigt, Diagnosen über Krankheitsherde sowie den allgemeinen Gesundheitszustand und die Vitalität von Patienten zu stellen, indem sie verschiedene Geräte benutzten, angefangen von sehr kostspieligen angeblich elektrischen Apparaten bis zu einfachen Wünschelruten und Pendeln, oder selbst nur ihre bloßen Hände. Es ist folgerichtig anzunehmen, dass auch sie es mit dem Strahlungsfeld zu tun hatten, das rund um den Körper und innerhalb desselben besteht...
Wenn man alle diese Tatsachen zusammenfasst, bestätigen sie nur das, was das Hellsehen zu dieser Angelegenheit zu sagen hat. Und wenn es auch wahrscheinlich keine zwei Hellseher gibt, die in allen Einzelheiten miteinander übereinstimmen, so gibt es doch in sehr beträchtlichem Maße Übereinstimmung erstens darüber, dass es eine Aura tatsächlich gibt, und zweitens, dass diese ein projiziertes Bild des physisch-vitalen und psychisch-spirituellen Zustandes der Person darstellt, zu welcher sie gehört.
Wenn man die Aura, welche lebende Wesen umgibt, hellsichtig betrachtet, so zeigt es sich, dass sie weit größer ist als die von Kilner beschriebene begrenzte »Atmosphäre«. Es scheint so, als ob seine Methode nur die inneren Schichten, jenen Teil, der ungefähr den Umrissen des Körpers folgt, sichtbar machen konnte. Feinere Beobachtungsmethoden zeigen jedoch, dass das gesamte Kraftfeld eine beträchtlich größere Ausdehnung und eine etwa eiförmige Form hat. Bei einem normalen, aufgeweckten und aktiven Menschen hat es an der breitesten Stelle einen Durchmesser von nahezu zwei Metern, und in senkrechter Richtung ragt es in der Regel mehr als einen halben Meter über den Kopf und unter die Füße hinaus. Aber diese Ausmaße sind sehr veränderlich, weit veränderlicher als jene der dichteren inneren Aura, die den Körper umgibt.
Die größere eiförmige Aura ist ein kompliziertes Gebilde von Kraftlinien, die einerseits in jedem Zeitpunkt die augenblicklichen Vorgänge im Denken und Fühlen widerspiegeln, andererseits aber auch die schon entwickelten sowie die noch unentwickelt gebliebenen Möglichkeiten der geistigen und psychischen Natur des Individuums anzeigen. Kurz gesagt, sie ist ein Spiegel, welcher das Bild des ganzen Menschen in jedem Stadium seiner persönlichen Entfaltung zeigt.
Eine Besonderheit der Aura, die jedem wirklichen Hellseher auffällt, ist eine Reihe sich schnell bewegender Kraftwirbel, die sich an bestimmten Stellen des Körpers befinden. Diese Kraftwirbel waren schon in alten Zeiten bekannt, man findet sie sowohl im östlichen wie im westlichen Kulturkreis auf Zeichnungen, an Statuen und Schnitzwerken angedeutet. Auf jeden Fall aber tauchen sie sowohl in der Überlieferung der Alten als auch in den Wahrnehmungen moderner, sensibler Menschen mit auffallender Beständigkeit immer wieder auf. Außerdem ist es nicht einmal notwendig, »sehen« zu können, um ihr Vorhandensein zu erkennen, viele Menschen fühlen sie mit ihren Händen, wenn sie einen Menschen unter Anwendung übersinnlichen Tastgefühls untersuchen... Ihre Sanskritbezeichnung »Chakra« bedeutet »Rad«, was sie sehr treffend beschreibt. Sie sind Organe des psychischen Teiles jedes lebenden Wesens und sehr kompliziert in ihrem Aufbau. Außerdem sind sie durch das Nervensystem und die innersekretorischen Drüsen engstens mit dem Kontrollmechanismus des dichten Körpers verbunden.“